BZA-Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Kerstin Liebich (Die Linke) und Landtagsabgeordneten Ronald Pohle (CDU)
Zeitarbeit - Zustimmung von allen Seiten
BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen, BZA-Vizepräsident Sebastian Lazay, BZA-Regionalsprecherin Kerstin Hattar (Region Mitte-Ost), Staatssekretärin Kerstin Liebich (Die Linke) und der Sächsische Landtagsabgeordnete Ronald Pohle (CDU)
21.01.2010 bza // "Ja, es gibt sie, die gute Leiharbeit", stellte die Berliner Staatssekretärin Kerstin Liebich (Die Linke) gleich zum Anfang der Podiumsdiskussion des BZA am 13. Januar in Leipzig fest. Zu der Debatte, die unter dem Titel "Gute Zeitarbeit – gibt es die überhaupt?" stattfand, hatten die BZA Regionen Mitte-Ost und Ost auch Nichtmitglieder eingeladen. Völlig unerwartet kam die Aussage Liebichs vor allem für jene Zuhörer, die mit einer vorgefertigten Meinung über die Parteienlandschaft zur Veranstaltung kamen. Liebich, deren Partei in ihrem Wahlprogramm noch die "Abschaffung der Leiharbeit" gefordert hatte, zeigte eine sehr pragmatische Herangehensweise: So unterstrich sie die Bedeutung, die der Zeitarbeit als flexibles Beschäftigungsinstrument auf dem Arbeitsmarkt zukommt und begrüßte die Forderungen des BZA nach einem Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche sowie deren Aufnahme in das Arbeitnehmerentsendegesetz. Auch Ronald Pohle, CDU-Abgeordneter des Sächsischen Landtages, hatte dem nichts entgegenzusetzen, so dass die Diskussionsrunde, zu der auch BZA-Vizepräsident Sebastian Lazay, Kerstin Hattar, Regionalsprecherin für die BZA-Region Mitte-Ost und BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen gehörten, ein zunächst harmonisches Bild bot.
Deutlich kontroverser wurde die Diskussion, als es um das jüngste Gerichtsverfahren zur Tariffähigkeit der Christlichen Gewerkschaft CGZP ging. Hier sah sich Liebich, die Mitinitiatorin des Verfahrens war, mit dem Unmut, aber auch der Existenz- und Zukunftsangst vieler Gäste konfrontiert – vor allem der Mitglieder des AMP. Staatssekretärin Liebich erklärte: "Die Tarife der CGZP sind Gefälligkeitstarife. Wenn sie diese als Unternehmer anwenden, ist das ihr persönliches unternehmerisches Risiko!" Zudem machte sie deutlich, wie sie sich "gute Leiharbeit" vorstellt: Die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können. BZA-Vizepräsident Sebastian Lazay stimmte dem zu, hielt aber den von Teilen der Linken geforderten Mindestlohn von 12 Euro für unrealistisch und gefährlich. Zudem warnte er vor einer übertriebenen Regulierung der Zeitarbeit. BZA-Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen ergänzte: "Auch wir unterstützen das Bedürfnis unserer Arbeitnehmer nach sozialer Sicherheit, planbaren Lebensläufen und einer angemessenen Bezahlung." Gleichzeitig forderte Hinsen die Politik auf, für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen – vor allem angesichts der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für osteuropäische Arbeitnehmer ab 2011. Die Diskussion über die Drogeriekette Schlecker nahm Hinsen zum Anlass, darauf aufmerksam zu machen, dass Zeitarbeit nicht der billige Jakob sei: "Unsere Mitarbeiter machen einen ordentlich Job. Dafür haben sie auch einen anständigen Lohn verdient." Dies müsse auch den Kundenunternehmen klar sein.
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