Bilanz 2009 und Ausblick 2010 aus Sicht der Zeitarbeit
Zeitarbeitnehmer sind die ersten, die wiederkommen
29.12.2009 bza // Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) hat eine gemischte Bilanz des Jahres gezogen. BZA-Präsident Volker Enkerts erklärt hierzu: "Wir wussten, dass es ein schwieriges Jahr für die Zeitarbeit werden wird. Den Rückgang bis auf 517.000 Zeitarbeitnehmer im Mai 2009 hatten wir daher erwartet, ja sogar schlimmeres befürchtet. Daneben gab es aber auch positive Entwicklungen auf großen Teilmärkten, etwa bei kaufmännischen oder Gesundheitsberufen, Dienstleistungen und hochqualifizierten Tätigkeiten. Seit dem Frühjahr haben sich die Zeichen für eine Erholung gemehrt: Bis zum Oktober – dem letzten Monat mit verfügbaren Zahlen – wurden 80.000 neue Stellen geschaffen, so dass nun wieder 600.000 Zeitarbeitnehmer für die Branche arbeiten. Viele Kundenunternehmen haben erkannt, wie wichtig es ist, flexibel zu sein und Zeitarbeit zu nutzen. Und so sind Zeitarbeitnehmer auch die ersten, die wiedergekommen sind. Damit haben wir mitgeholfen, den Gesamtarbeitsmarkt zu stabilisieren."
Enkerts weiter: "Natürlich können auch wir nicht die Zukunft voraussagen – viele Indikatoren sprechen jedoch für eine weitere Erholung der Branche. Die Signale, die wir von den Unternehmen erhalten, sind positiv. Allerdings betrachten auch wir die Entwicklung des Arbeitsmarktes mit Sorge. Sollten die Arbeitslosenzahlen rasant steigen, könnte auch die Zeitarbeit davon getroffen werden. Perspektivisch glauben wir allerdings steht einem weiteren Aufschwung nur wenig im Weg. Der Trend zu hochqualifizierten Berufen setzt sich dabei fort: IT-Spezialisten, Ingenieure oder die Gesundheits- und Pflegeberufe werden bereits heute von den Kunden stark nachgefragt, oftmals können Aufträge wegen Fachkräftemangels gar nicht realisiert werden."
Enkerts fordert die Politik auf, die Zeitarbeit endlich in das Arbeitnehmerentsendegesetz aufzunehmen, um die kommende vollständige Öffnung der europäischen Arbeitsmärkte mit Mindestlöhnen sozial verträglich und zu fairen Wettbewerbsbedingungen gestalten zu können. Daneben erneuert er die BZA-Positionen, dass die Möglichkeit der Kurzarbeit für die Zeitarbeitsbranche auch über den 31.12.2010 hinaus verlängert werden soll und endlich auch das Bauhauptgewerbe für die Zeitarbeit zu öffnen: "Wir sind eine eigenständige Branche. Wir wollen auf allen Feldern des Arbeitsmarkts unseren Beitrag verantwortungsvoll leisten."
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