Kurzarbeit hat 2009 in der Zeitarbeitsbranche zehntausende Entlassungen verhindert – und eine Brücke in reguläre Beschäftigung geschlagen
Branche hat neues Angebot sofort umgesetzt
27.12.2009 bza // Der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) hat eine positive Bilanz der Kurzarbeiterregelung gezogen, die erst im März 2009 für die Branche möglich geworden war. Hauptgeschäftsführer Ludger Hinsen erklärt hierzu: "Allein im April waren 28.000 Zeitarbeitnehmer in Kurzarbeit, das entsprach 5,5 Prozent aller Mitarbeiter. Aus dem Stand heraus und mit kurzem Vorlauf hat die Branche also eine für sie völlig neue Regelung genutzt – und dies im Vergleich mit anderen Wirtschaftsbereichen überdurchschnittlich. Der kurz darauf im Mai einsetzende Aufschwung in unserer Branche hat die meisten Kurzarbeiter wieder schnell in reguläre Arbeit zurückgebracht. Dieser ausdrücklich so gedachte Brückeneffekt von Kurzarbeit hat also funktioniert. Wir schätzen, dass insgesamt rund 50.000 Zeitarbeitnehmer – die sonst zwischenzeitlich arbeitslos geworden wären – von dieser Regelung profitiert haben. Da unsere Branche seit Mai 80.000 neue Stellen geschaffen hat, hätte dieses Personal nur mit großem Aufwand und hohen Kosten für die Unternehmen wieder eingestellt werden müssen."
Hinsen weiter: "Entscheidend für den Erfolg von Kurzarbeit war jedoch auch die Möglichkeit, Förderprogramme der Bundesarbeitsagentur zu nutzen, um die Mitarbeiter weiterzuqualifizieren. In der Krise konnte also das Personal für die gestiegenen Anforderungen der Kundenunternehmen fit gemacht werden. Diese Investition hat sich in der aktuellen Aufschwungphase bereits ausgezahlt. Besonders erfreulich war auch, dass in vielen Fällen Kundenunternehmen, Zeitarbeitsunternehmen, Gewerkschaften und Bundesagentur für Arbeit zusammengearbeitet haben, um gemeinsame Lösungen für die Beschäftigten zu finden, beispielsweise in den Ford-Werken in Köln."
Der BZA kritisiert jedoch, dass die Möglichkeit der Kurzarbeit für die Zeitarbeitsbranche derzeit bis 31.12.2010 befristet ist: "Wir fordern die Politik auf, diese Einschränkung abzuschaffen. Wir sind eine eigenständige Branche – daher sollten auch die Sonderregelungen für uns zurückgefahren werden", so Hinsen abschließend.
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